„Die Linie“ in der Heidi Horten Collection
Die Klasse 1Dg verbrachte im Dezember einen spannenden Nachmittag in der Heidi Horten Collection. Sie besuchte die temporäre Ausstellung „Die Linie“ und vertiefte ihre Beschäftigung mit dem Themenbereich „Zeichnung". Der Besuch wurde durch eine Führung begleitet, in der die Schüler:innen nicht nur an Diskussionen teilnahmen, sondern ebenso die gezeigten Positionen praktisch nachempfanden. Dies geschah während der Führung, vor den ausgestellten Werken. Das Grundthema der Linie wurde in der Ausstellung durch Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Installationen und textile Objekte repräsentiert. Die Schüler:innen bekamen anhand einer Malerei von Jackson Pollock eine Einführung. Dieses Werk konfrontierte sie gleich zu Beginn mit dem Thema der musealen Sammlung und des Originals. Pollock lies Farbe mit Hilfe einer Farbdose, die an einer Schnur befestigt war, auf die Leinwand tropfen. Seine Bilder gelten als extrem fragil und tragen zum Renommee sowohl privater als auch öffentlicher Sammlungen bei. Bereits hier war abzusehen, dass in der Ausstellung unkonventionelle Wege, Linie und Zeichnung zu verstehen, aufgezeigt werden. Das bei den Besucher:innen beliebteste Bild der Ausstellung wurde 1930 von Paul Klee gemalt und heißt „Die Geschwister“. Es lässt sich als ein doppelköpfiges Wesen auffassen, das durch Linien sowohl verbunden als auch getrennt ist. Auch den Schüler:innen gefiel dieses Werk besonders gut, dessen emotionale Botschaft durch ein Herz-Symbol verdeutlicht ist. Experimentell fasst Sigmar Polke die Linie auf und verbindet die Blumen eines Bettlakenmusters zu einem cartoonartigen Kopf. Diese Methode vollzogen die Schüler:innen auf dafür vorbereiteten Kärtchen nach und kamen so zu ganz eigenen Motiven und Ergebnissen. Das Thema des Verbundenseins und der Liebe wird in Chiharu Shiotas Installation „Letters of Love“ (2022) nachgegangen. Die Performancekünstlerin interagiert mit dem Publikum, in dem sie 2000 von Besucher:innen der Heidi Horten Collection handschriftlich angefertigte Liebesbriefe in eine Installation aus roten Fäden einarbeitet. Auch hier zeigten sich die Schüler:innen beeindruckt. Einem politischen Thema geht Reena Saini Kallat in ihrer Installation „Woven Chronicle“ (2022) nach. Sie beschäftigt sich sowohl mit globalen Vernetzungen und Verbindungen wie Migrations- und Fluchtbewegungen als auch Nationalgrenzen. Kallat zeigt somit die politischen Implikationen der Linie auf. Zum Abschluss wurde den Schüler:innen eine Arbeit vorgestellt, bei der es sich um eine automatisierte Zeichenmaschine handelt, die ein Bild auf der Ausstellungswand entstehen lässt. Die Schüler:innen konnten das Prinzip mit Hilfe von Spirographen selber nachvollziehen und so auf spielerische Art der Frage nach Autor:innenschaft und Automatisierung nachgehen. Die Klasse hatte einen gelungenen Nachmittag, der sie mit zeitgenössischer Kunst und ihren Kontexten vertraut machte.