Neidhart Festsaal – letzte Gelegenheit
„Eine kulturhistorische Sensation“ mit diesem Spruch wirbt das Wienmuseum auf seiner Webseite für den Neidhart Festsaal in der Innenstadt. Am 27. Februar traten die SchülerInnen der 5A gewappnet mit vorbereiteten Referaten das Bürgerhaus Tuchlauben 19. Sie staunten nicht schlecht, als sie hinter einer unscheinbaren Fassade eines Wohnhauses einen kleinen Raum mit großen Wandmalereien vorfanden. Diese Fresken wurden 1400 von dem reichen Tuchhändler Michel Menschein für seinen privaten Tanzsaal in Auftrag gegeben. 1979 hat man die Malereien durch Zufall entdeckt, freigelegt und konserviert. Eine Sensation! Es handelt sich um die ältesten nicht religiösen Fresken Wiens.
Auf den Bildern sieht man wie der mittelalterliche Alltag in Wien ausgesehen haben muss. Die Szenen beziehen sich auf die Lieder des Dichters Neidhart von Reuental (ca.1180-1240), der übrigens in Neulengbach wohnte, unser Lokaldichter sozusagen. Seine Lieder waren durch ihren Witz so beliebt, dass sie sogar 300 Jahre später als Vorlage für Wandmalereien dienten. Vor unseren Augen entstand damit das Bild der Wiener Tuchlauben als mittelalterliche Prachtstraße lebensfroher Tuchhändler.
Die Fresken sind relativ gut erhalten. Auf 15 Metern sieht man bunte Tanz- und Festszenen, eine Schneeballschlacht und lustige Bauern. Leider muss das Museum wegen Sparmaßnahmen schließen, weshalb wir die letzte Gelegenheit hatten, diese sehen zu dürfen. Es wird wohl ein paar Jahre dauern, bis man sie wieder besichtigen kann.