Szenische Lesung: Vier Schwestern. Fernes Wien, fremde Welt.
Im Zuge der Jahresausstellung am 21.5.2026 fand die szenische Lesung zu Ernst Strouhals Buch Vier Schwestern: Fernes Wien, fremde Welt (2022) statt. Schüler*innen der 6C, 7B und 7C gestalteten die Lesung beeindruckend. Mit Feingefühl gaben sie den vier Protagonistinnen eine Stimme und versetzten das Publikum in ihre Lebenswelt. Im Zuge der Lesung überzeugten sie auch mit einer von Kaya Romanowski (7B) am Klavier begleiteten gesanglichen Darbietung aller Darsteller*innen des Revolutionsliedes “Die Gedanken sind frei”, was der Aussage des Textes noch mehr Nachdruck verlieh. Die zahlreichen Proben und das schauspielerische Training mit Dorothee Hartinger (Ensemble am Burgtheater, Lehrende am Max Reinhardt Seminar), die mit den Schüler*innen an den Rollen und der Performance arbeitete, wurden mit einem kräftigen Applaus belohnt. Die Schüler*innen konnten so, neben der intensiven Beschäftigung mit den Zeithorizonten des 20. Jahrhunderts, Einblicke in die Kultur- und Theaterarbeit erhalten und üben, in verschiedenen Rollen zu agieren, sowie auch öffentlich vorzutragen.
In seinem Buch beleuchtet der Wiener Autor und Kulturwissenschaftler Ernst Strouhal das Schicksal von vier Schwestern aus der gut situierten Grinzinger Familie Benedik. Diese mussten 1938 mit der Herrschaft der Nationalsozialisten ihr gewohntes Leben aufgeben und aufgrund ihrer jüdischen Abstammung fliehen. Das biografische Buch basiert auf zahlreichen Dokumenten und Briefen, die Strouhal zusammengetragen hat. Die Schwestern lebten in der Migration in unterschiedlichen Städten (New York, Stockholm/Paris, London, Zürich), bauten sich neue Existenzen auf und verwirklichten unterschiedliche Lebensentwürfe.
Neben Ernst Strouhal und Dorothee Hartinger konnte auch Bettina Hering (Dramaturgin, Salzburger Festspiele) für das Projekt gewonnen werden und schrieb für uns die Bühnenfassung für unsere Lesung.