Unheimliches Wien
Ein mysteriöses Flüstern, Heulen oder sogar Jaulen. Es spukt gewaltig in Wien, nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber wird von geheimnisvollen Stimmen berichtet.
Am 5.Oktober ließ sich die 2C auf eine Gruselstadtführung ein, um Ideen für eigene Geschichten, die sie im Deutschunterricht schreiben, zu sammeln. Die Geschichten, die sie zu Ohren bekamen, verdrehten so manchen beinahe den Magen!
Die Führung startete am Minoritenplatz. Hier vernahmen Fußgänger im Mittelalter nachts beim Überqueren des Friedhofs immer wieder nicht zuordenbare Klagen und Rufe. Im Palais Ferstel in unmittelbarer Nähe soll bis heute der unerlöste Geist eines Axtmörders aus dem 16. Jahrhundert, der schwer bestraft wurde, in den Gängen des Gebäudes zu hören sein. In der Michaelergruft ging es um Leichen, die sich von selbst mumifizierten und am Josefsplatz um Vampire und Klappsärge. Die gruseligste Geschichte war übereinstimmend die der Blutgräfin Elisabeth Bathory, der wohl schlimmsten Serienmörderin der Geschichte.
Zum Glück konnten die Schüler*innen nach jeder Geschichte aufatmen, denn das meiste lässt sich logisch erklären: In der Gegenwart konnte man zum Beispiel beim Bau der Ubahn Herrengasse das Rätsel um die Stimmen am Minoritenplatz lösen: Archäolog*innen fanden heraus, dass Menschen mangels medizinischer Kenntnisse begraben wurden, aufwachten und offensichtlich um Hilfe schrien. Der kaiserliche Leibarzt Maria Theresias, Gerard van Swieten, erforschte, dass es sich bei sogenannten Vampiren um Menschen handelte, die an einer Seuche erkrankt waren. Die Blutgräfin und der Axtmörder wurden für ihre Vergehen bestraft.
Da die 2c derart viele Zwischenfragen stellte, hatte die Führerin keine Zeit mehr, Geschichten zur Rauhensteingasse, wo das Henkershaus einst stand oder zu den Katakomben und zum alten Friedhof am Stephansplatz zu erzählen. Für eigene Besuche mit den Eltern bleiben also noch genug Möglichkeiten!